Als Andrei gegen seinen Willen in einen Vampir gewandelt wird, ändert sich sein Leben schlagartig. Zwar entkommt er den Klauen des Vampirfürsten, der für seine neue Lebensform verantwortlich ist, aber er ist nun zu einem Dasein als Nachtwesen gezwungen. In der Vampirin Sabienne findet er eine treue Freundin, die ihn in dieses neue Leben einführt. Andrei nimmt ihre Ratschläge jedoch nur zögerlich an und geht seinen eigenen Weg. Während Sabienne die bretonische Stadt Saint-Pol-de-Léon unsicher macht, lernt Andrei den geheimnisvollen Samuel Marshwood kennen und verliebt sich in ihn. Fast zu spät erkennt er, dass Samuel der Sohn eines berüchtigten Vampirjägers ist. Doch auch Samuel kämpft mit seinen Gefühlen. Zwischen den ungleichen Männern entspinnt sich eine heikle Romanze, die das Leben aller aufs Spiel setzt.

 

Flüstern der Ewigkeit
Genre: Paranormal Gay-Romance
Verlag: Bookshouse Verlag

ISBN: 978-9963-52-945-2

erhältlich als eBook und Taschenbuch

 

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Thalia

 

 

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Leseprobe

 

 

 

Der letzte Sonnenstrahl
 

Der Himmel wirkte wie einer der seltenen Kiesel, die ich manchmal im alten Steinbruch fand. Helles Blau umspannte die Landschaft, nur durchzogen von weißen Wolkenschlieren. Das Gras neben mir wiegte leicht im Wind, und ich roch den Duft der Kräuter, die zwischen den Halmen wuchsen.
Ich rekelte mich auf der Wiese, schloss die Augen und genoss die Nachmittagssonne, die mein Gesicht wärmte. Eine flüchtige Berührung meiner Lippen ließ mich blinzeln.
Eine Lockenflut, die wie aus dem Abendrot gewebt zu sein schien, ergoss sich über mich, kitzelte mich an der Wange. Irissas Haar war nicht wild, sondern fiel in Wellen über ihre weibliche Gestalt. Man wollte die Hand darin versenken, und ich tat genau das. Es fühlte sich an, als würde ich die teuerste Seide auf dem Markt berühren. Ihre hellgrünen Augen funkelten mich an, ihre Lippen umspielte ein feines Lächeln. Erneut senkte sich ihr Mund auf meinen. Sie seufzte leise.
Und ich … spürte nichts.
Verflucht, sie war eines der schönsten Mädchen im Dorf, ich war ihr versprochen, und ich fühlte nichts bei ihrem Kuss? Ich begriff es nicht. Was war ich für ein Trottel!
Anmerken ließ ich mir nichts. Fordernd erwiderte ich ihren zarten Kuss und zog sie näher an meine Brust. Lachend entwand sie sich meinem Griff und richtete sich auf.
„Wovon träumst du, Andrei?“
Ich folgte ihrer Bewegung und stemmte die Ellbogen in das weiche Gras. „Was meinst du?“
„Immer, wenn du hier in der Sonne liegst, scheinst du mir so … versonnen.“ Irissa kicherte über ihre Wortwahl.
Ich würde ihr nicht sagen, dass der muskulöse Oberkörper von Thierry meine Gedanken beherrscht hatte. Was stimmte nur mit mir nicht? Ich verdrängte jegliche Überlegungen in dieser Richtung. „Hat deine Mutter dich fortgelassen oder bist du geflohen?“
„Geflohen. Sie denkt, ich bin oben in der Dachkammer.“
Dann war sie wieder über die Holzstapel gestiegen. Ich stellte mir vor, wie sie dabei ihren Rock hochhob, um besser klettern zu können. Hoffte ich auf eine Regung? Ja! Sie kam nicht. Thierry stahl sich erneut in meine Erinnerung, und ich wischte das Bild mit einem leisen Schnauben fort.
Irissa sah mich irritiert an. „Hab ich was Falsches gesagt?“
„Nein, ich habe was Falsches gedacht.“
„Oh!“ Sie schlug mir spielerisch auf den Oberarm. „Ich möchte nicht wissen, worüber du nachgedacht hast“, sagte sie mit ernster Stimme, ein ironisches Lächeln auf den schönen Lippen.
Nein, das wollte sie wirklich nicht. Ich ließ sie in dem Glauben, dass ich nur in Bezug auf sie an etwas Unanständiges gedacht hatte.
Ihr Name hallte über die Felder und sie zuckte zusammen. Man hatte ihre Flucht bemerkt.
„Ich muss fort, Andrei.“ Irissa beugte sich zu mir und küsste mich stürmisch. Rasch erhob sie sich mit einer fließenden Bewegung und rannte zum Dorf. Mein verzagtes Seufzen hörte sie zum Glück nicht mehr.
Schritte näherten sich, und ich biss mir auf die Unterlippe. Thierry stellte sich so ungeschickt hin, dass er mich in seinen Schatten tauchte. Er stemmte sich auf die lange Sense und begutachtete mich. Ich versuchte, nicht auf seinen verschwitzten Körper zu sehen, sondern zwang mich, in seine Rehaugen zu blicken. Sein Gesicht war nicht besonders hübsch und ernüchterte mich jedes Mal, wenn mein Blick es schaffte, sich von seiner halb nackten Gestalt zu trennen. Fror er eigentlich nie? Ständig erwischte ich ihn ohne Hemd, als wollte er mich provozieren.
Er wechselte die Position, und die späte Sonne blendete mich unerwartet. Ich beschattete meine Augen mit der Hand und blinzelte zu ihm hoch. Seine Nase war zu breit und sie wuchs etwas schief, weil sein Bruder ihm dort den Knochen bei einer Prügelei gebrochen hatte. Das braune Haar stand ihm wild vom Kopf ab.
„Du bist ein fauler Hund, Andrei.“
Ich setzte mich auf. „Was? Warum denn das?“
„Dein Vater und ich haben bereits das halbe Feld gemäht, und du liegst hier herum.“
Trotz seines durchaus ansprechenden Körpers war Thierry manchmal eine dumme Nervensäge. „Dafür habe ich drüben bei den Schafen die ganze Weide gesenst“, sagte ich und stand auf, um nicht zu ihm aufblicken zu müssen.
Thierry runzelte die Stirn. „Das wusste ich nicht“, murmelte er. „Was wollte Irissa denn von dir?“
Er hatte uns beobachtet? „Das geht dich nichts an, Thierry.“
Schließlich trollte er sich, und ich wandte mich ab, um dem Anblick seiner Rückseite zu entgehen. Wahrscheinlich fehlte mir einfach eine Frau. Mein Bruder hatte vor seiner Hochzeit diverse Bekanntschaften mit den Hafenhuren gehabt. Bisher interessierte mich das jedoch nicht. Vielleicht war ich einfach nur sehr beherrscht? Das musste es sein! Ich prägte mir diese Überlegung gut ein, auch wenn sie mir völlig absurd vorkam. Welcher Mann von einundzwanzig Jahren war bitte schön beherrscht, wenn eine Frau wie Irissa ihn küsste? Den letzten Gedanken wischte ich schnell beiseite.
Als die Sonne hinter dem Hügel versank, sah ich dem Abendrot zu. Der Himmel stand in Flammen, und die Farben liefen ineinander wie ein Fluss aus Lava. Noch einmal lehnte ich mich zurück, schloss die Augen und genoss die erwachenden Geräusche der Dämmerung, das warme Streicheln des Sommerwindes …
Entfernte Schreie drangen an mein Bewusstsein. Mit klopfendem Herzen schreckte ich auf und begriff, dass ich eingenickt war. Die Wiese lag bereits im Dunkeln. Verdammt, es war spät.
Meine Glieder fühlten sich steif an, und ich streckte mich wie eine Katze. Dann horchte ich auf. Die seltsamen Rufe waren kein Traum gewesen, sie hatten mich geweckt. Trotz des milden Wetters erfasste mich Kälte. Mir lief ein Schauder über die Haut. Diese Geräusche kamen von unserem Dorf!
Ohne zu überlegen, rannte ich nach Hause und katapultierte mich ins Chaos. Mein Dorf wurde überfallen, aber die Eindringlinge plünderten nicht. Sie … bissen. Eine Frau mit hellem Haar riss Thierry förmlich die Kehle auf. Wie ein wildes Tier fiel sie über ihn her.
Irissas Schrei hallte in meiner Nähe durch unsere kleine Ortschaft. Ein Mann mit Haaren wie aus Schnee, die ihm weit über die Schultern fielen, zog meine Verlobte an einigen Strähnen über den sandigen Boden. Irissa kreischte und versuchte, sich zu wehren, doch der schlanke Mann schien eine ungeahnte Kraft zu haben, der niemand trotzen konnte.
Der Schock hemmte meine Bewegungen, und ich starrte fassungslos auf die Szenerie.
Aus den Augenwinkeln sah ich, wie meine Mutter mit einer Keule bewaffnet den Fremden angreifen wollte. Er wischte sie mit einer Handbewegung beiseite. Sofort stürzten sich drei Männer auf sie. „Nein!“ Mein Ruf verhallte ungehört, aber ich bekam wieder Kontrolle über meinen Körper und ging auf die Männer los, zog sie von ihr herunter. Sie grinsten mich mit blutigen Mündern an. Mutter starrte mit leblosen Augen in den Nachthimmel.
Wutentbrannt wollte ich sie rächen, doch jemand packte mich am Kragen und schleifte mich wie Irissa durch die Gegend. Gegenwehr hatte einfach keinen Nutzen. Egal, was ich tat, der Griff war unerbittlich. Man warf mich in den Staub, und ich blickte den Weißhaarigen an. Bestürzt sah ich Irissa am Boden liegen. Ihr Hals blutete und das Kleid war vorn aufgerissen. „Irissa“, flüsterte ich und kroch zu ihr.
Der Brustkorb hob und senkte sich noch. Sie lebte.
Jemand riss mich zurück und bog meinen Kopf weit nach hinten. Das erste Mal sah ich ihm in die Augen. Sie glommen in der hereinbrechenden Dunkelheit, und ich blickte sprachlos in sein elfenhaftes Gesicht, das mir viel zu blass erschien. Er betrachtete mich ausgiebig und riss mir brutal das Hemd auf, zerrte an meiner Kleidung, bis ich halb entblößt vor ihm lag.
Ich kämpfte gegen ihn, aber zwei seiner Leute hielten mich mit den Armen am Boden, sodass er mich begutachten konnte. Sachte fuhren seine Fingerspitzen über meine Brust. Als er lächelte, sah ich seine Fangzähne. Mir stockte der Atem. Konnten die Legenden wahr sein? Waren es Vampire?
Meine Gedanken erstarben, als er sich langsam über mich beugte. Nicht einen Ton brachte ich heraus. Erst, als er mich in den Hals biss, keuchte ich auf. Die anderen Männer ließen meine Arme los. Sofort versuchte ich, den Mann von mir zu stemmen. Er rückte von mir ab, lachte leise und biss mich in die Brust. Ich schrie auf vor Schmerz, konnte mich nicht wehren. Seine Hände pressten mich zu Boden, und sein Biss lähmte mich.
Die Panik um mich herum verblasste. Ein grauer Nebel senkte sich auf mich. Einer seiner Begleiter wollte es ihm nachtun, doch er fauchte ihn wie eine Katze an, vertrieb ihn.
Bevor ich vollends in die Finsternis sackte, blickte ich in sein wunderschönes Gesicht. Das Haar umrahmte seine Gestalt wie ein weißgrauer Schleier. Seine Hand glitt über meinen Körper bis hinunter zu meinem Schritt, wo er prüfend innehielt.
„Ich bin Orville van Dahlen.“ Er beugte sich nah zu mir herunter. Mein Blut tropfte von seinen Lippen. „Und du gehörst von nun an mir, mein Schöner.“
Orville richtete sich auf, gab zwei Begleitern ein Zeichen und man hob mich hoch. Ob sie auch Irissa mitnahmen, konnte ich nicht sehen. Ein Schatten legte sich schwer auf mein Bewusstsein, und ich verlor die Besinnung.

 

 

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